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Schrifttexte: Apg 5,12-16 - Offb 1,9-11a.12-13.17-19 - Joh 20,19-31

thomas22

„Streck deinen Finger hierher aus und sieh meine Hände!“

(Jesus zu Thomas in Joh 20,27)

Ein krasses Bild. Wer würde seinen Finger tatsächlich so direkt in die Wunde legen? Tiefe Grübelfalten sind auf der Stirn des Thomas erschienen. Er möchte ja gerne, aber er kann doch nicht einfach nur auf das Gerede der anderen hin glauben, was eigentlich unglaublich ist. Jesus selbst scheint seine zögernde Hand zu führen. Er hat Glück gehabt, so möchten wir Nachgeborenen meinen, dass der Auferstandene ihm noch einmal so direkt erschienen ist. Als der „Ungläubige“ ist er für manche, vielleicht allzu selbstsicher Glaubende, in die Geschichte eingegangen. Viele Jahrhunderte hat man deshalb sein Andenken auf den dunkelsten Tag des Jahres verlegt und den Zweifel als Todsünde verboten. Dabei ist es doch erst der Zweifel, der unseren Glauben echt werden lässt. In der Bibel heißt dieser Thomas „Didymus = Zwilling“, ein Zwillingsbruder für jede:n von uns. In vielen Begegnungen habe ich seitdem erfahren, dass der Herr auch heute noch erscheint, um uns tatsächlich, Stück für Stück, von seinem neuen Leben zu überzeugen.

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Vikar Thomas Wollbeck

Siehe auch im Gotteslob: 383_Ich lobe meinen Gott ...

ostern2021 4 4

Schrifttexte: Ex 14,15- 5,1 - Lk 24, 1-35

osterkerzekdOstern
ist Begegnung
mit dem Auferstandenen,
der ins Leben ruft.

Ostern
verbindet Menschen
in ihrer Sehnsucht
nach Schalom.

Ostern
lässt uns
miteinander
aufbrechen
und Wege wagen,
SEIN Evangelium
den Menschen HEUTE
in Wort und Tat
zu verkünden.

Ostern
ist Begegnung
miteinander und
mit dem Auferstandenen.

Bleibe bei uns, du Wanderer durch die Zeit!
Schon sinkt die Welt in Nacht und Dunkelheit.
Geh nicht vorüber, kehre bei uns ein.
Sei unser Gast und teile Brot und Wein.

Gotteslob 325,1


Gesegnete Ostern!
Albin Krämer

kar2021 4 2

kar2021 1 4

Schrifttexte: Jes 50,4-7 - Phil 2,6-11 - Lk 19,28-40
kreuzstein

„Wenn sie schweigen, werden die Steine schreien!“

(Jesus zur Kritik an seinen prophetisch jubelnden Jünger:innen in Lk 19,40)


Dieser Satz trifft mich wie aus einer unergründbaren Tiefe. In diesen Worten schwingt die Dramatik und die Unausweichlichkeit der ganzen Weltgeschichte mit. Wenn Steine reden könnten, hätten sie eine Menge zu erzählen: Da sind die Gebirge und Felsen über den Kies bis zum feinen Sand, die vom Wandel der Erdgeschichte berichten. Da findet man die versteinerten Überreste von Dinosauriern, Korallen und Bäumen. Da gibt es die Mauer- und Mühlsteine bis hin zu den Grabsteinen aus der Kulturgeschichte der Menschen. Aus Stein haben wir die ersten Werkzeuge geformt aber auch die frühesten Waffen. Und wo Worte scheinbar nicht mehr zum Erfolg führen, werden sie auch heute erhoben, um sie aufeinander zu werfen. Ist das ein solches „Schreien der Steine“, vor dem Jesus so eindrücklich warnt? Damit die Steine nicht schreien wird er auch in dieser kommenden Karwoche seinen Weg bis zu Ende gehen - und darüber hinaus.
So wird er zum „Eckstein“ einer erneuerten Weltordnung.

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Vikar Thomas Wollbeck

Siehe auch im Gotteslob: 417_Stimme, die Stein zerbricht ...

palm2021 3 28

Schrifttexte: Jes 43,16-21 - Phil 3,8-114 - Joh 8,1-11

fasten22

John Louie und Laetizia, die beiden Kinder auf dem Plakat geben uns ein klares Zeichen: „Daumen hoch!“ Damit stützen sie jede und jeden, der sich für eine gerechtere Welt einsetzt und sie sagen damit: „Danke, dass DU mitmachst!“

„Es geht! Gerecht!“ - unter diesem Motto will MISEREOR in diesem Jahr unseren Blick nach Bangladesch und auf die Philippinen lenken. In vielen kleinen Projekten werden Menschen unterstützt, die sich für eine gerechtere Welt angesichts des bedrohenden Klimawandels einsetzen. Begleiten wir sie mit unserem Interesse, unserem Gebet und unserer Spende.

Wir blicken bei uns in diesen Tagen auf die Menschen in der Ukraine im Ringen um Gerechtigkeit und Frieden.
John Louie und Laetizia stehen für die ganze junge Generation auf unserem Planeten, die sich SCHALOM wünscht: Frieden, Gerechtigkeit, Heimat, das tägliche Brot...

„Siehe, nun mache ich etwas Neues. Schon sprießt es, merkt ihr es nicht? Ja, ich lege einen Weg an durch die Wüste….“

(Jes 43, 19)


so die Verheißung Gottes damals an Israel im Exil in Babylon.
„Daumen hoch!“ - für alle, die heute darauf vertrauen und daran mitarbeiten.

VATER UNSER… Ein Gebet, das verbindet und ermutigt.

Albin Krämer

Schrifttexte: Jos 5,9a.10-12 - 2 Kor 5,17-21 - Lk 15,1-3.11-32
sohn

„Dieser, mein Sohn, war tot und lebt wieder.“

(Der Vater über seinen heimgekehrten Sohn in Lk 15,24)


Die Geschichte vom Vater und seinen beiden Söhnen gehört zu den bekanntesten Geschichten der Bibel und zu den berührendsten Klassikern der Weltliteratur. Er, der jüngere von beiden, der von seinem Vater das Erbteil forderte und ihm damit den Tod wünschte, kehrt nach einem langen Weg der Besinnung wieder zurück. Und sein Vater hat immer noch genügend Liebesvorrat, dass er ihm entgegen geht und ihn voll tief empfundener Freude in den Arm nimmt. Er verwendet das gleiche Wort, das wir schon in wenigen Tagen über Jesus sagen werden: Er ist auferstanden. So ist Gott, möchte Jesus wohl erklären, zu allen seinen Söhnen und Töchtern. Sein Liebesvorrat ist bedingungslos und grenzenlos. Unzählige Künstler:innen haben seitdem diese Szene umgesetzt. Vor fast 400 Jahren entstand auch unser heutiges Bild. Mich beeindruckt dabei das Detail der Hände: die linke ist männlich - und die rechte ist weiblich. Rembrandt hat eine ganz eigene Botschaft gemalt, denn Gott ist tatsächlich beides. Mehr als Vater und Mutter es jemals könnten, will er für uns dasein.

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Vikar Thomas Wollbeck

Siehe auch im Gotteslob: 826 (WÜ) - Gottes Liebe ist so wunderbar ...

10gebote

Schrifttexte: Ex 3,1-8a.10.13-15 - 1 Kor 10,1-6.10-12 - Lk 13, 1-9

wueste

Er ist auf der Flucht, wird von Fremden aufgenommen und bekommt Arbeit:
Schafe hat er nun zu hüten - er, der vorher ein Prinz war, findet sich in der Wüste wieder. Da ist ein ungewöhnlicher Dornbusch, das macht ihn neugierig und er hört seinen Namen: Mose!

„Der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden.“


Da, wo ich lebe, wohin mich das Leben geführt hat, da ist „heiliger Boden“. Mose begegnet in seiner Wüste Gott, der sich ihm vorstellt als der, der die Not der Menschen sieht und ihren Schrei nach Frieden und Gerechtigkeit hört. Die Botschaft trifft: Du bist nicht allein. Ich bin bei Dir! „Ich bin, der ich bin“ - für Dich unverfügbar, aber in Treue bei Dir. Das braucht mein Vertrauen. Und meinen Mut: „heiligen Boden“ zu bereiten! Mitten im Alltag, Menschen ein „mehr“ an Leben schenken. Sie spüren lassen: Du bist nicht allein. Meine Solidarität ist gefragt - besonders mit denen, deren Schrei nach Frieden und Leben wir heute hören. Solidarität wird zur Gotteserfahrung.

„Du bist in allem ganz tief verborgen, was lebt und sich entfalten kann. Doch in den Menschen willst du wohnen, mit ganzer Kraft uns zugetan.“
GL 414,4

Albin Krämer

josef21 03 19

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