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Impuls zum 12. Sonntag i. JK. - B - 23.06.2024

Schrifttexte: Ijob 38,1.8-11 - 2 Kor 5,14-17 - Mk 4,35-41

2024 6 22 Hoffnung

„Warum seid ihr so mutlos? Warum seid ihr so feige? Warum seid ihr so furchtsam? Warum habt ihr solche Angst?“

so fragt Jesus die Jünger im Boot damals und heute im „Schiff, das sich Gemeinde nennt“. Dem heftigen Gegenwind und den tobenden Wellen ausgesetzt, droht dem „Schifflein Petri“ der Schiffbruch - damals auf dem See von Galiläa und heute in unseren Breitengraden. „Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?“ so fragen sie damals im Boot und wir tun es heute. Sie setzen den „Notruf“ ab an den schlafenden Jesus im Boot. Vertrauen wir darauf, dass Jesus auch heute im Boot seiner Kirche ist - auch schlafend? Er ist da, ER, „dem der Wind und das Meer gehorchen.“ Sein Wort schafft Ruhe. Sein Wort lässt vertrauen und hoffen. „Heute schon gehofft?“ Heute schon Ausschau gehalten nach dem „schlafenden Jesus“ im Boot meines Lebens, im Boot unserer Gemeinde und der Kirche? „

Weck die tote Christenheit aus dem Schlaf der Sicherheit, dass sie deine Stimme hört, sich zu deinem Wort bekehrt. Erbarm dich, Herr. Lass uns deine Herrlichkeit sehen auch in dieser Zeit und mit unsrer kleinen Kraft suchen, was den Frieden schafft. Erbarm dich, Herr.“ GL 481,2+6

Albin Krämer

Impuls zum 11. Sonntag im Jahreskreis B - 16.06.2024

Schrifttexte: Ez 17,22-24 - 2 Kor 5,6-10 - Mk 4,26-34 

2024 6 15 Baum

„Ist es aber gesät, dann geht es auf … und treibt große Zweige, sodass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können.“ (Jesus über das Kommen des Himmelreiches in Mk 4,32)

Kaum zu glauben, dass ein so gewaltiger Baum aus einer kleinen Buchecker gewachsen ist. Seine Geschichte füllt die Biographien von mehreren Men schenleben. Währenddessen ist dieser Baum ein Organismus voller Leben in mehreren Stockwerken von „unterirdisch“ bis „himmlisch“. Als „Abfall“ produ ziert er eine Menge Sauerstoff und reguliert das Klima, damit nicht nur die Vögel sondern auch wir Menschen davon leben können. Ein wunderbarer Mechanismus von Lebenskreisläufen, die ineinander greifen, sich unterstüt zen und einander zum Leben verhelfen. So hat sich Jesus den Beginn des Himmelreiches vorgestellt. Ich warte voll Neugier, wie das einmal in Vollen dung aussehen wird, wenn unsere Bindung an die Raumzeit aufgehoben ist und das Wachstum tatsächlich ins Unendliche geht.

Einen gesegneten Sonntag wünscht Vikar Thomas Wollbeck

Siehe auch GL 31_Selig der Mensch, der seine Freude hat … (Psalm 1)

Impuls zum 10. Sonntag i. JK. - B - 09.06.2024

Schrifttexte: Gen3,9-15 - 2 Kor 4,13-5,1 - Mk 3,20-25

2024 6 11 Erfurt Frieden

„Wenn ein Reich in sich gespalten ist, kann es keinen Bestand haben“ (Mk3,24)

So hören wir Jesus im Evangelium des Sonntags. Jesu Angehörige sagen vorher über ihn: „Er ist von Sinnen.“ Und die Schriftgelehrten urteilen über ihn: „Er ist von Beélzebul besessen.“ Kennen wir das? Wenn einer „aus der Reihe tanzt“, „nicht ins Schema unserer Vorstellungen passt“, kritisch unser Tun und Denken hinterfragt, dass wir diesen Menschen dann abqualifizieren. Und die Spaltung ist da: in der Familie, im Freundeskreis, in der Nachbarschaft, in der Gesellschaft, in der Kirche. Und Jesus? Er verweist auf die verbindende Mitte. Diese Mitte ist nicht meine private Meinung, die Vorstellung von wem auch immer, wie das Leben zu laufen hat. Diese verbindende Mitte ist ausschließlich der Wille Gottes. Im Hochgebet der Versöhnung beten wir:

„Dein Geist bewegt die Herzen, wenn Feinde wieder miteinander sprechen, Gegner sich die Hände reichen und Völker einen Weg zueinander suchen. Dein Werk ist es, wenn der Wille zum Frieden den Streit beendet, Verzeihung den Hass überwindet und Rache der Vergebung weicht.“

Beim Katholikentag in Erfurt haben sich in der letzten Woche viele Menschen auf den Weg gemacht, diese verbindende Mitte in Diskussion und im Gebet und Gottesdienst zu suchen und zu feiern - in der Gewissheit: Zukunft hat der Mensch des Friedens.

Bild und Text: Albin Krämer

2021 7 8kilian

Impuls zum 9. Sonntag im Jahreskreis B - 02.06.2024

Schrifttexte: Dtn 5,12-15 - 2 Kor 4,6-11 - Mk 2,23-3,6

2024 6 2 Freiheit

„Der Sabbat wurde für den Menschen gemacht, nicht der Mensch für den Sabbat.“ (Jesus über die Bedeutung der Sonntagsruhe in Mk 2,27)

Was für eine tolle Erfindung: Der gemeinsame wöchentliche Ruhetag. Gott hat ihn unter seinen ganz persönlichen Schutz gestellt. Er ist gewissermaßen zur Chefsache geworden und hat sogar eines der „Zehn Gebote“ verliehen bekommen. Viele Theologen sehen darin das Ziel und den Sinn der ganzen Schöpfung verwirklicht, dass wir miteinander ausruhen und genießen können - so wie Gott selbst es am siebten Tag getan hat. Wir sehen das oft aus einem ganz anderen Blickwinkel und meinen, da darf man nicht arbeiten und keine Geschäfte machen. Für uns ist er manchmal ein Hindernis. Ursprünglich war er ein unheimlich großes Zeichen der Freiheit für die Kinder Gottes. An diesem Tag müssen sie nicht arbeiten und niemand sollte sie dazu zwingen dürfen. Ich glaube, Jesus wollte schon seinen Zeitgenossen diese Perspektive wieder nahe bringen und ich fände es schade, wenn wir sie heute (noch mehr) aufgeben würden.

Ein gesegneten Sonntag wünscht Vikar Thomas Wollbeck

Siehe auch GL 103_Dieser Tag ist Christus eigen ...

Impuls zum Dreifaltigkeitssonntag - B - 26. 05. 2024

Schrifttexte: Deuteronomium 4,32-34.39-40 - Röm 8,14-17 - Mt 28,16-20

2024 5 24 Brot Tabernakel

Mit einer kleinen Reise gruppe besuchten wir mit unserem Bischof Franz Priester aus unserem Bistum, die in Bolivien wirkten und wirken. In Cochabamba lebt Bruder Max Wolfgang von den Kleinen Brüdern Charles de Foucould. Sie arbeiten auf dem Markt und als Lehrer mitten unten den Menschen. In ihrem kleinen Kloster ist die Mitte der Gebets raum (Bild). Der Gekreuzigte trägt den Poncho, das Kleidungsstück der Menschen vom Land. Jesus ist Mensch geworden, einer von uns. Sein Dasein für uns bis in die letzte Konsequenz des Todes bezeugt die Liebe Gottes zu uns Menschen, seine Solidarität mit uns. Wie ein Backofen sieht der Tabernakel aus. Jesus Christus, das Brot des Lebens für uns, der sich an uns aus Liebe verschenkt und uns stärkt für den Weg des Alltags mit all seinen Fragen und Herausforderungen. Dieser Ort ist die Quelle für das Leben der Kleinen Brüder mitten unter den Menschen.

„Ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Mt 28,20).

So die Botschaft des Evangeliums am Dreifaltigkeitssonntag. Wir sind nicht allein. Wir leben von den Begegnungen, die uns zum Leben aufrichten. Wir leben von der Solidarität, die wir einander schenken. Wir leben davon, dass wir füreinander da sind. So sind wir in das Geheimnis des dreifaltigen Gottes mit hineingenommen, der in sich verschenkende Beziehung ist.

„Als Brot für viele Menschen hat uns der Herr erwählt; wir leben füreinander und nur die Liebe zählt. Geheimnis des Glaubens: Im Tod ist das Leben.“ GL 210,4

Bild und Text: Albin Krämer

2021 6 3fam

Impuls zum Pfingstfest - 19.05.2024

Schrifttexte: Apg 2,1-11 - 1 Kor 12,3b-7.12-13 - Joh 20,19-2

2024 5 19 Stau

„Jedem wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt.“ (Paulus über die Auswirkung von Pfingsten in 1 Kor 12,7)

Manche Pfingsterfahrungen verbinden sich heute mit langen Autoschlangen und den, gefühlt, längsten Staumeldungen des ganzen Jahres. Pfingsten hat in der Tat eine Menge mit Aufbruch zu tun und es ist schön, diese Frühlings zeit für eine Urlaubswoche nutzen zu können. Als ich neulich selbst mit dem Auto unterwegs war, versperrte ein querstehendes Fahrzeug die Einfahrt zum Parkplatz an meinem Ziel. Schnell bildete sich hinter uns ein kleiner Stau und nach und nach wurden wir von hupenden Verkehrsteilnehmenden überholt. Schließlich stieg der Fahrer aus und klopfte an meine Scheibe: Ob ich einmal nach seinem Wagen schauen könnte, bat er mich, er funktioniere nicht mehr. Ein bisschen zögerlich stieg ich aus, denn das ist wirklich nicht mein Fachge biet. Es ergab sich dann aber doch, dass der Wagen nach wenigen Handgrif fen wieder angesprungen ist und wir beide unsere Fahrten fortsetzen konnten. Erst später, als ich in der zweiten Lesung den obigen Bibelvers gelesen habe, ist mir bewusst geworden, dass dieser kleine Moment doch tatsächlich ein richtiges Pfingstfest gewesen sein muss.

Ein gesegnetes und andauerndes Pfingsten wünscht Vikar Thomas Wollbeck

Siehe auch GL 347_Der Geist des Herrn erfüllt das All ... 

 

2021 5 Pfingsten

Impuls zum 7. Ostersonntag - B - 12.05.2024

Schrifttexte: Apg 1,15-17.20ac-26 - 1 Joh 4,11-16 - Joh 17,6a.11b-19

2024 5 12 Herz

„Er hat uns von seinem Geist gegeben.“ So hören wir in der Lesung aus dem ersten Johannesbrief (1 Joh 4,13).

Er, das ist Gott und der Geist ist der Geist der Liebe, der das Wirken Gottes durchdringt und der unser Wirken prägen will.

„Gott ist Liebe“ (1 Joh 4,16).

Das ist ein Spitzensatz der Theologie, der Rede von Gott im Neuen Testament. Wir sind eingeladen, uns von dieser Liebe tragen und unser Handeln prägen zu lassen.

Der Blick auf Jesus hilft uns dabei. Er wusste sich von der Liebe Gottes getragen, gerade auch in den schwierigen und dunklen Stunden seines Lebens. Seine Auferweckung von den Toten bezeugt die Grenzen sprengende Kraft der Liebe. Als Christinnen und Christen sind wir Zeugen seiner Auferstehung d.h. wir dürfen die Kraft diese Liebe in unserem Umgang miteinander bezeugen. Aus Liebe hat sich Jesus den Menschen zugewandt, mit den Augen der Liebe die angeschaut, die ihm begegnet sind - das hat Menschen verändert.

Das Herz ist ein Zeichen für die Liebe. Mein Herz schlägt für dich! Im Bild sehen wir zwei Hände, die ein Herz darstellen: herzlich handeln, einander liebend begegnen und so Zeugen seiner Auferstehung sein - dazu sind wir berufen. Bitten wir um den Geist der Liebe!

„Entzünd in uns den Lichtes Schein, gieß Liebe in die Herzen ein, stärk unsres Leibs Gebrechlichkeit mit deiner Kraft zu jeder Zeit.“ GL 351,4

Albin Krämer

Impuls zum 6. Ostersonntag - B - 05.05.2024
Schrifttexte: Apg 10.25-26.34-35.44-48 - 1 Joh 4,7-10 - Joh 15,9-17

2024 5 Verbunden

„Vielmehr habe ich euch Freunde genannt, denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.“
(Jesus über Freundschaft in Joh 15,15)


Es scheint sie sehr glücklich zu machen, was die beiden da in ihrem geteilten Kopfhörer auf die Ohren bekommen. Durch die inflationäre Verwendung von „Freundschaft“ und „Teilen“ in allen Kanälen der sozialen Medien hat der Gehalt dieser schönen Worte schon ziemlich gelitten. Trotzdem scheinen sie mir manchmal noch wertvoller und bedachter gewählt zu werden als das abgenutzte Wort von der „Liebe“. In seiner Abschiedsrede an die Jüngerinnen und Jünger umkreist Jesus in vielen Variationen alle diese Begriffe. Im Grunde aber trägt er ihnen auf, dass sie vor allem einander lieben sollen, indem sie sich mit ihrem Leben füreinander einsetzen. Nicht das Reden, aber das Tun der Liebe vermag uns wahrhaftig Glück zu schenken, dem der liebt und dem, der geliebt wird.
Einen gesegneten Sonntag wünscht Vikar Thomas Wollbeck
Siehe auch GL 281_Also sprach beim Abendmahle ...

2021 5 1 Maria

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